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Histamin-Intoleranz und Schwangerschaft

Das Thema Histamin in der Schwangerschaft beschäftigt besonders Frauen mit Kinderwunsch. Ist es ein Mythos, dass die Symptome einer Histaminintoleranz während einer Schwangerschaft reduziert werden oder sogar verschwinden? In diesem Blogbeitrag klären wir Dich auf, wie sich Hormone während einer Schwangerschaft auf Deinen Histaminhaushalt auswirken und wie Du Dich bestenfalls ernähren solltest.

Was passiert mit Histamin in und nach der Schwangerschaft?

Bereits die Tatsache, dass etwa 80 % aller histaminintoleranten Patienten Frauen sind, bestätigt einen Zusammenhang zwischen Hormonen und Histaminintoleranz. Histamin als biogenes Amin besitzt eine ähnliche Wirkung wie Hormone, daher können sich auch Symptome einer Histaminunverträglichkeit bei schwangeren Frauen verringern.

Mit Histaminintoleranz schwanger werden

Sobald Du schwanger bist, baut Dein Körper Schutzmechanismen auf. Dieser Vorgang dient dazu, dass das körpereigene Immunsystem den Fötus nicht als Fremdkörper betrachtet. Auch vor dem Einfluss von Histamin muss der Embryo geschützt werden, da zu viel Histamin in der Schwangerschaft Gebärmutterkontraktionen und somit eine Fehlgeburt verursachen könnte. Zum Schutz des Kindes erzeugt der weibliche Körper in der Plazenta in großen Mengen — bis um ein 500-Faches — das Enzym Diaminoxydase (DAO), welches für den Histaminabbau zuständig ist. Solltest Du an einer Histaminintoleranz leiden, kann es durchaus sein, dass sich Deine Symptome während der Schwangerschaft deutlich verbessern. Die Überproduktion an DAO kommt nämlich auch der werdenden Mutter zugute, indem die Histaminfreisetzung und somit allergische Reaktionen vom Ungeborenen unterbunden werden. Oft können etwa ab der 12. Schwangerschaftswoche bis zur Entbindung histaminreiche Lebensmittel ohne Beschwerden verzehrt werden.

Histaminintoleranz nach einer Schwangerschaft

Oft hält dieser Zustand hormonbedingt auch während der Stillzeit an, bis die erste Regelblutung wieder eintritt. Vorsicht ist geboten für Frauen, die nach der Geburt nicht stillen und nicht durch eine gestörte DAO-Synthese, sondern beispielsweise infolge einer Östrogendominanz an einer Histaminose leiden. In beiden Fällen muss auf eine histaminarme Ernährung zurückgegriffen werden.

Histaminintoleranz: Folsäure und andere Nährstoffe

Insbesondere in den ersten Schwangerschaftswochen ist eine ausreichende Nährstoffzufuhr essenziell, die nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind mit den nötigen Vitaminen versorgt. Hierbei kann auch auf Nahrungsergänzungsmittel (NEM) zurückgegriffen werden.
Folgende sind besonders wichtig in der Schwangerschaft:

  • Folsäure: 550 Mikrogramm Folsäure sollte eine schwangere Frau täglich zu sich nehmen. In den ersten 12 Schwangerschaftswochen empfiehlt sich ergänzend eine Einnahme von 400 Mikrogramm durch ein Folsäure-Präparat. Folat trägt zum Wachstum des mütterlichen Gewebes während der Schwangerschaft bei.
  • Magnesium/Calcium: Bei einem Magnesiummangel schüttet der Körper verstärkt Histamin aus. Es empfiehlt sich ein Magnesium-Calcium-Verhältnis von 1:2, um einer Überdosierung entgegenzuwirken.
  • Vitamin C: Vitamin C trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
    Außerdem trägt es u.a. zu einer normalen Funktion des Im­munsystems während und nach intensiver körperlicher Betätigung und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Und nicht nur das: Durch den Konsum von natürlichem Vitamin C werden Dein Stoffwechsel sowie Deine Verdauungsorgane nicht so sehr belastet wie bei der Zufuhr synthetischer Ascorbinsäure. Da oft histaminhaltige Gemüse- und Obstsorten viel Vitamin C enthalten, sind Supplemente eine gute Alternative.
  • Vitamin E: Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
  • B-Vitamine: Essenziell sind Vitamin B6 und B12. Vitamin B6 trägt zur Regulierung der Hormontätigkeit bei. Vitamin B12 trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.
  • Zink: Zink trägt zu einer normalen Fruchtbarkeit und einer normalen Reproduktion bei.
  • Kupfer: Kupfer trägt zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei.
  • Zeolith: Zeolith dient zur Reduzierung von Ammonium und Schwermetallen, die mit der Nahrung aufgenommen werden. Verkapseltes Pulver bewirkt eine erhebliche Reduzierung der Ammonium- und Schwermetallbelastung des Körpers, insbesondere bei Blei, Cadmium und Quecksilber. Dadurch wird der Stoffwechsel von Leber, Niere, Bauchspeicheldrüse und Blut entlastet.

Du solltest darauf achten, nur ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel mit hoher Bioverfügbarkeit einzunehmen, die frei von Zusatzstoffen oder histaminhaltigen Zutaten sind. Achte auf die entsprechenden Einnahmeempfehlungen laut EU-Richtlinie. Zusätzlich sind eine ballaststoffreiche sowie basenbildende Ernährung sowie eine Darmsanierung und Leberentgiftung anzuraten.

Nährstoffreiche und histaminarme Lebensmittel

Liegt bei Dir eine Histaminose vor, ist es wichtig, dass Du Dich ausgewogen und abwechslungsreich ernährst. Da einige gesunde Nahrungsmittel aufgrund ihres hohen Histamingehalts wegfallen, haben wir eine Auflistung mit besonders nährstoffreichen Lebensmitteln für Dich erstellt:

  • Früchte: Brombeeren, Heidelbeeren, Johannisbeeren, Weintrauben, Apfel, Melone, Kaki, Litschi, Granatapfel
  • Steinobst: Sauerkirschen, Mango, Datteln, Nektarinen, Kirschen, Aprikosen
  • Gemüse: Blumenkohl, Brokkoli, Rotkohl, Spitzkohl, Kürbis, Kartoffeln, Karotten, Pastinake, Zucchini, Gurke, Sellerie, Fenchel, Paprika, Spargel, Rote Beete, Salate (außer Rucola), Süßkartoffeln
  • Gewürze: Ingwer, Kurkuma
  • Nüsse/Samen: Pistazien, Leinsamen, Kokosnüsse, Maronen, Macadamianüsse, Kürbiskerne, Paranüsse (2-3 Stück täglich), Mandeln (in kleinen Mengen), Leinsamen, Chiasamen, Flohsamen, Sesam, Hanfsamen
  • Getreideprodukte: Hafer, Dinkel, Hirse, Quinoa, Reis, Amaranth

Baue so viele verschiedene Früchte, Gemüsesorten, Nüsse und Samen wie möglich in Deinen Ernährungsplan ein. Für Schwangere eignet sich Blattsalat besonders gut, da dieser reich an Folsäure ist. In unserer HistaFit Rezepte-Rubrik findest Du leckere Rezepte für einen beschwerdefreien Alltag, die nicht nur Freude beim Zubereiten, sondern auch beim Essen machen.

Histaminunverträglichkeit und Schwangerschaft: Fazit

Eine Histaminunverträglichkeit entsteht infolge eines Ungleichgewichts zwischen dem bestehenden Histaminspiegel sowie dem Histaminabbau, somit kann eine Schwangerschaft durch die Überproduktion des Enzyms DAO ab der 12. Schwangerschaftswoche zu einem Gleichgewicht führen. Aufgrund dessen verspüren viele histaminintolerante Frauen meist sogar bis zum Ende der Stillzeit keine Beschwerden. Da allerdings das Beschwerdebild einer Histaminose sehr individuell ist, solltest Du Dich auch während einer Schwangerschaft langsam an histaminhaltige Speisen herantasten und gesunde histaminreiche Lebensmittel ungesunden Produkten vorziehen.

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